Liebesschwüre im Angesicht des Kölner Doms

Die aus Italien stammende Tradition, als Zeichen für die – zumindest geplante –
Dauerhaftigkeit der Liebe ein Vorhängeschloss mit den Initialen des Paares am
inneren Zaun der Hohenzollernbrücke anzubringen und den Schlüssel dann in den
Rhein zu werfen, scheint durch den nahen Dom wohl eine zusätzliche Bestärkung
zu erhalten. Verstärkt wird dieser Eindruck vielleicht auch durch die Tatsache,
dass dieser – südliche – Teil der dreigliedrigen Brücke exakt auf die Mittelachse des
Kölner Domes ausgerichtet ist, wie man hier im Bild auch gut sehen kann.
Ursprünglich war dieser Brückenteil auch das mittlere Teilstück der Brücke gewesen,
so dass die Symmetrie früher noch besser war. Nach dem Krieg war von der
1907 – 1911 errichteten, aus zwei Eisenbahnbrückenteilen und einem Straßenbrückenteil
bestehenden Hohenzollernbrücke lediglich die zwei Eisenbahnbrücken wieder aufgebaut
worden, welche 1989 um einen zusätzlichen nördlichen Brückenteil für die S-Bahnen ergänzt
wurde. Somit hat sich die Hohenzollernbrücke wieder ein bisschen ihrem ursprünglichem
Erscheinungsbild angenähert.

Dieses Bild entstand an einem sonnigen Novembermorgen, wobei vom Rhein
kommend immer wieder Nebelschwaden um den Dom waberten.